Also dann fange ich doch gleich selbst mal an:
ich lese seit ein paar Tagen mit großem Interesse die Beiträge über den „Trompeter Gimpel“. Mir ist bereits in den ersten Novemberwochen ein Gimpelweibchen mit diesem markanten Ruf in Möttlingen bei Weil der Stadt / BW aufgefallen. Es lies sich durch meinen nachgeahmten „einheimischen“ Gimpelruf sogar anlocken.
Ich konnte, außer dem „markanten Rufen“, keine Besonderheiten an diesem Gimpel feststellen. Ich selbst züchte Gimpel in einer, von der Höheren Naturschutzbehörde Stuttgart, genehmigten Zucht.
Darum und durch die Literatur von Jürgen Nicolai ist mir bekannt, dass die Junggimpel gerade diesen Ruf erlernen müssen, er ist den Tiere also nicht angeboren. Ich dachte deshalb zunächst, dass ich einem noch „unfertigen“ Junggimpel begegnet war. Was ja hätte sein können, wäre er aus einer Septemberbrut entsprungen.
Erst Anfang Dezember fiel mir dann die massive Zunahme, dieser so rufenden Gimpel auf.
Inzwischen konnte ich Trupps von bis zu 34 Stück, in den bei uns häufigen Bergahorn, antreffen. Teilweise fliegen auch unsere einheimischen Gimpel mit, wenn dies der Fall ist, ist es auch offensichtlich, dass der „Trompeter Gimpel“ deutlich größer ist als Pyrrhula p. europeao oder germanica. Ebenfalls markant ist die deutlich breitere Flügelbinde, die wiederum auf Pyrrhula p. pyrrhula hindeutet.
Wobei der wiederum einen weicheren Ruf hat.
Einmal konnte ich in einem ungewöhnlich grossen Trupp, 34 Tiere zählen,wobei die männlichen Tiere etwas in der Überzahl waren.
Wie geschrieben, konnte ich sie vornehmlich beim „ernten“ der Ahornsamen beobachten. Aber auch an Ligusterbeeren und seltener an den Futterhäuschen, wo sie sich dann Sonnenblumenkerne und Hanfsamen nehmen.
Gelegentlich scheinen sie sich auch mit der hier beheimateten Unterart zu vermischen, da kleinerer Vögel mitfliegen, die auch den hier im süddeutschen Raum typischen Ruf äussern.
Hier noch eine Presse Info zum Thema
Die Stimme des „Tröters“ gibt es auf Maarten Pieter Lantsheer
Seite, oder hier zu hören.
Hallo !
man vermutet, dass die Gimpel-Invasion aus dem nordwestlichen
Teil des noch in Europa liegenden Russland stammt. Man hat anhand des
markanten „Trötenartigen Rufes“ herausgefunden das diese Gimpel vornehmlich im Komi – Gebiete lebt und brütet.
Weshalb er nun invasionsartig in Mitteleuropa und Grossbritanien einfällt
ist noch nicht genau geklärt, vermutet wird ein Zusammenhang mit einer
starken Vermehrung der Spezies dort und der wohl momentanen Futterknappheit in Komi.
Zum Vergleich habe ich mal ein Bild mit beigegeben.
Auffallend, die breiteren und helleren Flügelbinden
des „Trompeter Gimpels“


Links der „Tröter“ vermutlich eine geografische Variante
von Pyrrhula p.pyrrhula rechts der einheimische Gimpel
Hier ein kleiner Eindruck wie weit die „Trompeter“ geflogen sind.


Man hört das es ein besonderes Merkmal geben soll, siehe hier, Diese weissen „Fahnen“ treten auch bei europaea und coccinea hin und wieder auf. Es gibt auch Pyyrhula p. pyrrhula die rein schwarze Schwanzferdern zeigen. Nur bei P. p. cassini scheint es dieses besondere Merkmal immer zu geben, dort sind sogar häufig weitere
Schwanzfedern mit den weissen „Fahnen“ gezeichnet.
Leider auch kein eindeutiges Merkmal!
Hallo, habe gestern Sonntag den 13.2.05 wieder einen Trupp der „Trompeter Gimpel“ im Waldstück “ am Köpflesweg“ bei 71263 Wds-Merklingen über längere Zeit beobachten können. Es waren 8,4 die teilweise am Boden die abgefallene Eschen und Ahornsamen suchten.
Nur Runde 500m weiter, war ein Schwarm Seidenschwänze (ca.20). die sich mit Hagebutten den Bauch vollschlugen und von mir unbeabsichtigt aufgescheucht wurden.
Heute früh 14.2.um 7:55 saßen etwa 15 Seidenschwänze auf einer Birke am Friedhof -Merklingen und rasteten.
Hallo!
Es gibt einige Neuigkeiten zum Thema „Trompeter Gimpel“!
Es soll sich nun doch ziemlich sicher um die kaukasischen Unterart Pyrrhula pyrrhula rossikowi handeln. Anhand von empfangenen Fotos und Aufnahmen der Stimme hat der Naturforscher Oleg Boroodin, der Universität Ulyanovsk Russland , Vergleiche mit denen in der kaukasischen Natur-Reservaten vorkommenden Unterart Pyrrhula.p. rossikowi gemacht und ist danach ziemlich sicher, dass die „Trompeter Gimpel“ aus dem südöstlichen Russland bis Georgien und nicht wie vorher angenommen, aus den nordöstlichen Russland stammen. so wird die rossikowi-These untermauert aber dennoch NICHT BEWIESEN! Folglich sollte diese Annahme von anderen, erfahrenen Fachleuten, bestätigt werden. Es wird geschrieben, dass diese Unterart normalerweise nur vertikale nomadische südöstlichen Bewegungen unternimmt. Extreme Schneefälle in der nördlichen Türkei sowie 4 Wochen früher einsetzende Schneefälle im Nordkaukasus haben diese Unterart, die das Gebiet südliche der Küste des Schwarzen Meers bewohnt, invasionsartig über die Ukraine, nach Rumänien, Polen und das restliche Europa einwandern lassen. Sonst überwintert dieser Gimpel im Nordosten der Türkei , im Norden Armeniens und Aserbaidschans .
Anbei eine Karte die diese Wanderung darstellt.


Heute morgen gegen 7.30 höre ich seit längerem wieder den Ruf des „Trompeter Gimpels“. Es sind 3,4 die sich
kurz auf den Birken des Merklinger – Friedhofes aufhalten.
Hallo,
heute habe ich um 13.20 wieder 3,4 der „Trompeter Gimpel“ gesehen. Da es wieder die gleiche Zahl war, vermute ich, dass
es sich um die selben handelt die ich schon vor 10 Tagen gesehen habe.
Am Friedhof waren 2,1 einh. Gimpel zu sehen.
Gelegentlich frage ich mich, ob evtl. meine beiden NZ, ein Geschwisterpaar das mir Mitte Januar entflogen ist, auch dabei ist.
Schade das sonst keiner zu berichten hat. :]
Es scheint, dass die „Invasionsgimpel“ abgezogen sind.
Seit meiner letzten Beobachtung konnte ich keinen mehr sehen.
Ob sie nun doch aus dem Nordost Russlands gekommen sind,
was nun doch wegen ihrer Größe und ihrem Gewicht vermutet
wird, könnte eine Geheimnis bleiben. 🙁
Auf jeden Fall war ihre Anwesenheit für mich ein Grund mehr, immer wieder in die Natur zu gehen und ihrem Treiben zuzusehen.
Adjö und gute Heimreise ihr „Trompis“ :bye:
Mich erreicht heute die Information, dass die „Rossikowi-These“ nicht bestätigt werden kann.
Folglich handelt es sich allem Anschein nach doch um eine
geografische Unterart von Pyyrhula.p.pyrrhula, die
wie bereits Anfangs angenommen, aus dem nordöstlichsten
Teil des europäischen Russland eingeflogen waren.
Eben die Komiregion
Hallo @ all,
ich habe heute im Nordschwarzwald (Neuweiler) zwei männliche „Trompetergimpel“ zunächst gehört, dann konnte ich sie auch eine ganze zeitlang beobachten. Was mich interessieren würde, sind das Exemplare die von der letzten Invasion zurückgeblieben sind, oder sind die ersten
wieder zurück und eine erneute „Trompetergimpelinvasion“ ist im Anmarsch? Ich selbst konnte seit Mitte April keinen der typischen Rufe mehr wahrnehmen – um so überraschter war ich heute – als ich ihn vernahm.
Habe auch andere schon solche Beobchtungen gemacht?
Gruss Konni
Am Rande der Jahresversammlung des Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV) am vergangenen Wochenende in Gnewikow/Brandenburg wurde das Thema „Trompeter-Gimpel“ auch kurz angesprochen. Die Experten gehen nach bisherigen Erkenntnissen (Stimmenaufzeichnungen am Brutort usw.) davon aus, dass die Gimpel mit der merkwürdig nasalen Stimme, die einer Kindertröte gleicht, einer Population angehören, die nordöstlich des Urals, in der Republik der Komi, ansässig ist und offenbar neuerdings erst nach Europa kommt. Zur Brutzeit wurden offenbar in D keine gehört oder gesehen, aber wieder – wie hier auch nachzulesen – seit Mitte Oktober 2005. Sie müssten also erneut zugezogen sein
Hallo !
Es scheint so, dass seit ca. 2 Wochen die Gimpel wieder verstärkt einfliegen – heute früh 23.11. um 7.45 habe ich z.B. in den Birken des Merklinger Friedhofes (71263) 5 Exemplare sehen und hören können. Etwas später 9.00 waren 6 Stk . am Bahnhof 71263 Weil der Stadt auf einem Ahorn. Also die Tröter sind wieder da….
Hallo @ all….
man hat inzwischen herausgefunden das die Gimpel aus südost Finnland
und /oder der Republik Komi (Nordwest Russland) einfliegen.
Sie sind nach Pyrrhula.p. cassini (Kamchatka) und den skandinavischen Dompfaffen die grösste „Unterart“ von Pyrrhula .p. pyrrhula. Sie werden wissenschaftlich lediglich als geografische Unterart der Nominatform eingestuft. Die These das es sich um die Unterart Pyrrhula pyrrhula rossikowi handelt konnte durch Beringung und vergleichen der Rufe wiederlegt werden.
LG Lisa 😊
2011/2012 scheint nicht wirklich ein Jahr der nordischen Gimpel zu werden. Die meisten Beobachtungen wurden aus Hessen und Bayern gemeldet.
Meldungen aus BaWü sind mir bislang nicht bekannt.
Ähnliches gilt für den Seidenschwanz, diese wurden nur in größer Zahl in Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern beobachtet.
Hessen und Bayern meldet vereinzelt sehr kleine Gruppen.
LG Lisa 😊
Seit Dienstag den 3.Dezember rufen im Merklinger Friedhof wieder „Tröter“ – wie schon oft berichtet, sollen nordisch eGimpel im Abstand von ca. 8-9 Jahren invasionsartig nach
Mitteleuropa einfallen. Dies war in den Jahren 2005/2006 der Fall. Dieses Jahr höre ich hier in Süddeutschland wieder die ersten rufen.

