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Aspergillos beim Gimpel (pyrrhula p. pyrrhula)

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(@Konni)
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[#68]

Da ich dieses Jahr ebenfalls dieses Problem bei nunmehr drei Gimpeln hatte (2,1) habe ich mich intensiv über diese Krankheit informiert.
Durch eine pathologische Untersuchung an der LMU München und unabhängig davon an der Vogelklinik Giessen wurde jeweils ein verstorbener Gimpel untersucht.

An beiden wurden Aspergillosesporen in Lunge, Herz und Milz gefunden. Auffallend ist auch eine stark geschwollene Leber, die wird nämlich durch die toxischen Ausscheidungen des Pilzes verursacht, der Vogel wird quasi durch die Stoffwechselprodukte des Pilzes vergiftet!

Der Vogel sollte F10 in einem Verhältnis 1:125 inhalieren und über 8-12 Tage lang F10 1:500 über das Trinkwasser verabreicht bekommen, danach ist unbedingt eine Gabe von Bird Bene Bac oder besser PT – 12 über min. 6 Tage erforderlich.

Die Inhalation geschieht am Besten, indem man den Vogel in einen kleinen Ausstellungskäfig setzt, diesen in eine Müllsack steckt und
die Inhalationslösung mit einem Pari Boy in den Sack leitet. Der Vogel muß 30 min im Käfig bleiben und den Nebel einatmen!
Die Inhalationsbehandlung muss täglich und min. über 3 – 4 Wochen durchgeführt werden. Schon nach einigen Behandlungen sollte eine deutliche Besserung des Befindens eintreten.

Ich empfehle unbedingt einen TA zu Rate ziehen, es könnte durchaus auch eine Infektion mit Bakterien sein, in diesem Fall kann F10 in der o.g. Dosierung zusammen mit Tylosin (0,5 gr auf 1/2 Liter Wasser) inhaliert werden.

Mit Antibiotika (z.B. Baytril) wird Aspergillose geradezu explodieren, da ein AB die Pilzwucherungen vorteilhaft unterstützt und es zu lebensgefährlichen Vermehrung der Sporen kommen kann. Anfänglich gab ich einem Gimpelweibchen Baytril, schon nach 2 Tagen hatte sich, die damals mir noch unbekannte Krankheit (Aspergillose), derart verschlechter, dass es beim Versuche es aus dem Krankenkäfig zu nehmen, in der Hand am Erstickungstod starb. Deshalb nocheinmal der dringende Rat eine vogelkundigen TA aufzusuchen. Durch Röntgen, Abstriche und Kotuntersuchung kann ein Pilzbefall ggf. am lebenden Tier festgestellt werden.

Aspergillose ist im Regelfall eine Faktorenkrankheit, ( schlechte Lüftung – feuchte Umgebung usw. falscher Einstreu , war bei mir der Fall – hatte Holzhäcksel vom Säckewerk, der leider zu feucht war, eingebracht) ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Jungvögel, deren Abwehrsystem noch nicht voll ausgebildet ist, empfänglich sind. Aber auch Altvögel während der Mauser. Ganz besonders sind aber Wildfänge/Importe (z.B. Maskengimpel) gefährdet. Die Tiere habe meist eine mehrwöchige Quarantäne hinter sich gebracht, in der sie mit Antibiotika versorgt wurden.

Je nachdem wie stark das Immunsystem des betroffen Vogels ist, dauerte es entsprechend lange, bis die ersten Symptomen auftreten ( atmen mit offenem Schnabel – zäher Schleim im Rachenbereich, der sich später im Kropf ansammeln kann, dabei ist auffallend, dass der Vogel versucht den Schleim ab zu schlucken und dabei seltsam seine Kopf in den Nackenbereich zieht – Heiserkeit usw.) Die Behandlung mit F10 scheint mir im Moment die einzige Möglichkeit zu sein, so erkrankte Tiere zu retten.

Die Behandlung ist langwierig und nicht immer mit Erfolg gekrönt. Aber ich konnte so zwei Gimpel retten. Sind die Vögel allerdings schwer mit den Pilzsporen verseucht,
kann es passieren, dass kurze Zeit (6-8 Wochen) nach der Behandlung die Symptome wieder auftreten. Aspergillose ist nicht ansteckend – d.h. der Vogel kann sich nicht bei
einem anderen, bereits an Aspergillose erkranktem, anstecken, sehr wohl aber an der Informationsquelle z.B. schimmeliges Futter usw.

Ich hoffe damit etwas Licht ins Geschehen gebracht zu haben.


 
Veröffentlicht : 31/12/2006 4:37 p.m.
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(@flammea)
Beiträge: 0
 

Danke Konni,habe auch gerade das Problem bei einem Gimpel!
Dein Beitrag hat mir sehr geholfen! MfG


 
Veröffentlicht : 04/01/2007 12:24 p.m.
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